Haben Sie manchmal auch ein «Gnosch»?

Jeden Dezember wird das «Wort des Jahres» gekürt. Kaum ist es bekannt erscheint es überall: auf Titelseiten, in Kolumnen, in Interviews. Und sobald der Wirbel vorbei ist, verschwindet es wieder. Oder wissen Sie es noch? Letztes Jahr war es die Frauen-Nati.

Ich habe da etwas anderes für Sie. Meine persönlichen Wörter des Lebens. Ich liebe Mundart. Im Schweizerdeutschen gibt es Wörter, die im Hals kratzen, gurren wie Tauben, und andere verraten schon durch ihren Klang, was sie bedeuten.

Bevor Sie weiterlesen: Sprechen Sie die nächsten Wörter ruhig laut. Ja, wirklich. Auch im Zug. Auch im Grossraumbüro. Diese Wörter entfalten ihre Schönheit erst, wenn man sie hört und im Mund spürt.

Hier sind sie, meine fünf schönsten Wörter des Lebens:

Da wäre zum Beispiel «gloschtig». In meinem Dialekt mit O, sonst fehlt die Seele. Es beschreibt ein neugieriges Sich-Vorlehnen – nicht Hunger, nicht Gier, sondern dieses sanfte «Ich hätte Lust…». Ein Wort, das klingt, als hätte es selbst Appetit.

Dann das wunderbare «Gnosch». Ein Durcheinander, aber ein gutmütiges. Ein kleines Chaos, das man im Herzen spürt, wenn Dinge, Gedanken und Gefühle sich nicht ordnen wollen. Nichts Dramatisches. Eher ein Zeichen dafür, dass wir im Leben etwas unruhig unterwegs sind.

In unserer Familie haben wir ein Wort erfunden, das wir lieben: «ume striliere». Unser privates Flanieren. Schritte ohne Ziel, Blicke ohne Absicht. Ein kleines urbanes Abenteuer. Wer einmal striliert merkt schnell: So entdeckt man mehr von der Welt, als man je geplant hätte – und bleibt dabei garantiert stressfrei.

Natürlich darf «es Bitzeli» nicht fehlen –vermutlich das schweizerischste Wort von allen. Ein Bitzeli ist ein liebevolles «nicht zu viel». Es steht für unsere typische Bescheidenheit: Man hätte gerne noch etwas mehr, aber eben nur es Bitzeli.

Und schliesslich «Choderwälsch». Sprechen Sie es laut. Ein wunderbares Wort für alles, was man nicht ganz versteht: nicht lupenrein, ein bisschen schräg und durcheinander. Es hat etwas Wildes, Lebendiges. Etwas das man spüren muss und nicht denken kann.

Je länger ich über diese Ausdrücke nachdenke, desto klarer wird mir: Das offizielle Wort des Jahres mag eine Stimmung der Schweiz abbilden. Aber diese Mundartwörter zeigen, wie wir wirklich leben. 

Und genau darin liegt das Herzstück der Sprache: Nicht das grosse, feierlich gewählte Wort des Jahres ist entscheidend, sondern die kleinen, warmen Klänge, die uns im Alltag begleiten.

Also: Sagen Sie ruhig laut «Choderwälsch», lassen Sie sich treiben beim Strilieren, oder geben Sie Ihrem Gnosch einfach Raum. Sprache lebt nicht nur auf Papier oder in Statistiken. Sie lebt zwischen den Menschen, in den Momenten, in all den kleinen, wunderbaren Wörtern, die wir täglich hören.

Und zum Schluss meine Frage an Sie: Welches ist Ihr persönliches Lieblingswort?

Ich meinti

Je länger ich über diese Ausdrücke nachdenke, desto klarer wird mir: Das offizielle Wort des Jahres mag eine Stimmung der Schweiz abbilden. Aber diese Mundartwörter zeigen, wie wir wirklich leben.

Je länger ich über diese Ausdrücke nachdenke, desto klarer wird mir: Das offizielle Wort des Jahres mag eine Stimmung der Schweiz abbilden. Aber diese Mundartwörter zeigen, wie wir wirklich leben.

Je länger ich über diese Ausdrücke nachdenke, desto klarer wird mir: Das offizielle Wort des Jahres mag eine Stimmung der Schweiz abbilden. Aber diese Mundartwörter zeigen, wie wir wirklich leben.

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